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30.05.2012
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Der Westerturm in Duderstadt


Eines der markanten Wahrzeichen von Duderstadt ist der Westerturm mit seiner gedrehten, schindelgedeckten Turmspitze. Es gibt in Deutschland einige gedrehte Türme, aber keiner zeigt jene elegante, nach links gezogene Linienführung wie das Stadttor in Duderstadt.


Der Westerturm in Duderstadt
Der Westerturm in Duderstadt
Fotografija: Sebstian Labusch

Die Geschichte

 

Der Westerturm ist der letzte erhaltene Torturm der ehemaligen Stadtbefestigung. Er wurde im Mittelalter als Bestandteil einer massiven Stadtmauer zum Schutz der noch jungen Stadt gebaut. Quellen erwähnen ihn erstmalig im Jahr 1343. Neben weiteren Stadttoren im Süden und Osten sicherte der Westerturm einen der Hauptverkehrswege, die durch Duderstadt führten.

 

Im ersten Drittel des 16. Jahrhundert verlor er zunehmend seine Funktion als Wehrturm. Die Stadt baute einen äußeren Festungsring aus Wällen und Gräben mit weiteren Toren, und der Westerturm diente als Wohnung oder Lagerraum.

 

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Stadt Duderstadt mehrfach von verheerenden Bränden heimgesucht. Auch der Westerturm wurde stark beschädigt, aber stets wieder aufgebaut.

 

Im 19. Jahrhundert diskutierten die Bürger der Stadt, den baufälligen Turm aus finanziellen Gründen endgültig abzureißen. Doch der Magistrat entschloss sich für eine Sanierung, wobei der Turm verkürzt und der Dachstuhl neu konstruiert werden sollte. Bei diesen Baumaßnahmen müssen den Bauherren Fehler unterlaufen sein, die zur Drehung des Turmes führten. 



Die Sagen

 

Die Duderstädter haben für die eigenartige Drehung des Turmes andere Erklärungen, wobei nach einer Sage der Teufel höchstpersönlich seine Finger im Spiel hatte:

 

Vor langer Zeit trieb der Teufel in Duderstadt sein Unwesen und verführte die Männer zum Trinken. Das gefiel den Frauen überhaupt nicht. Als sie ihn endlich an seinem Perdefuß erkannten, verfolgten sie ihn laut schimpfend, um ihn aus der Stadt zu jagen.

 

Der Teufel flüchtete erschrocken. Er rettete sich auf die Spitze des Kirchturms der Unterkirche, sprang mit einem mächtigen Satz über die Spiegelbrücke zum Westerturm hinauf, um sich am Knauf der Turmspitze festzuhalten. Durch seinen enormen Schwung verlor er das Gleichgewicht, riss die gesamte Spitze herum und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

 

Weitere Sagen


Besichtigung des Westerturms

Im Zuge der Sanierungsarbeiten in den Jahren 2002-2004 entstand ein neuer Zugang zum Westertum. Ein auf der östlichen Seite angrenzendes Haus wurde abgerissen und durch ein vorgebautes Treppenhaus aus Stahl und Glas ersetzt.
Gegen einen Turmtaler (1 Euro) ist es möglich, den Turm zu besichtigen. In der Galerie im Turm (1. OG) befindet sich eine Dauerausstellung zum Duderstädter Schützenwesen. Im 2. OG bieten Informationstafeln Hinweise zum mittelalterlichen Befestigungssystem. Hier ist auch der Zugang zum Westerturm, von dem man einen guten Blick über die Dachlandschaft der umliegenden Häuser hat.

Tickets sind direkt im Turm im Café "Zum Spießbürger" erhältlich.




Veè informacij: http://www.westerturm.de/


Dodatne informacije

Navedba izvora:
Duderstadt und das Untereichsfeld, Lexikon einer Landschaft in Südniedersachsen 1996, S. 71. westerturm.de am 12.11.2007. Dr. Maria Baalmann


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