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Lichtenberg-Skulpturen in der Göttinger Innenstadt
Anlässlich des 250. Geburtstages von Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) ehrte die Stadt Göttingen ihren berühmten Sohn mit zwei Skulpturen.
Lichtenberg-Skulptur neben dem Alten Rathaus
Bildurheber: Anita Skiba Neben dem Alten Rathaus „mischt“ sich Lichtenberg, leicht ausschreitend, unter die Leute. In seiner linken Hand hält er eine Kugel mit eingravierten + und – Zeichen als Hinweis auf die beiden Pole elektrischer Energie.
Die Bronze-Skulptur wurde von dem albanischen Bildhauer Fuat Dushku aus eingeschmolzenen Lenin- und Hodscha-Denkmälern gegossen. Auftraggeber und Sponsor war der Göttinger Verleger Tete Böttger.
Die Skulptur zeigt die naturwissenschaftliche Seite Lichtenbergs, der im letzten Drittel des 18. Jahrhundert Experimentalphysik, Mathematik und Astronomie erforschte und lehrte. Neben J. D. Michaelis, C. G.Heyne, A.G. Kästner und A. L. von Schlözer zählte er u.a. zu jenen Professoren, die den Ruhm der Göttinger Universität weit über die Grenzen von Deutschland begründeten.
Lichtenberg-Skulptur im Innenhof zur Paulinerkirche
Bildurheber: Maria Baalmann Im Innenhof zur Paulinerkirche sitzt Lichtenberg mit überschlagenen Beinen auf einer Bank. Vor ihm liegt die aufgeschlagene Seite eines weiteren Buches mit seinem Aphorismus: "Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen".
Der Künstler dieser Skulptur, Volker Neuhoff, betont den Philosophen, Schriftsteller und Aphoristiker. Berühmt wurde Lichtenberg durch seinen kritischen und scharfzüngigen Geist im Sinne der Aufklärung. Er verfaßte zahlreiche Essays, Streitschriften und Briefe. Gedanken, Beobachtungen und naturwissenschaftliche Erkenntnisse notierte er in seinen so genannten Sudelbüchern. Von 1777 bis 1799 war er der Herausgeber des Göttinger Taschenkalenders.
Der Standort der Skulptur ist beziehungsreich gewählt. Im ehemaligen Dominikanerkloster war bereits zu Lebzeiten Lichtenbergs die Universitätsbibliothek untergebracht.
Beide Bildhauer, Fuat Duschku und Volker Neuhoff, beschönigten die äußere Erscheinung Lichtenbergs, denn der kleinwüchsige Gelehrte trug durch eine Wirbelsäulenverkrümmung einen starken Buckel.
Lichtenberg starb in Göttingen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Bartholomäusfriedhof an der Weender Landstraße. Hier ruht auch seine Ehefrau Margarete Kellner.
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Stadtarchiv Göttingen, Lichtenberg-Gesellschaft, Göttinger Tageblatt Juni 2004
