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Göttinger Nobelpreisträger Gedenktafeln
Gedenktafeln sind eine der verschiedenen Formen öffentlicher Ehrungen der Nobelpreisträger.
Die Göttinger Gedenktafeln
„Einem oft ausgesprochenen Wunsche: daß die Häuser in hiesiger Stadt, in welchen berühmte Männer gewohnt haben, mit Denktafeln versehen werden möchten,zu entsprechen, erlaube ich mir hiermit eine freiwillige Sammlung zu unternehmen mit dem Bemerken, daß eine Marmortafel mit Inschrift 5 Thlr. kosten wird.“ Dieser Aufruf des Göttinger Bürgermeisters Gustav Merkel bildete 1874 den Ausgangspunkt für ein in diesem Umfang wohl einmaliges, noch heute jährlich um mehrere Gedenktafeln anwachsendes stadtweites Denkmal. Die erste aus Marmor gefertigte Tafel konnte schon im Februar desselben Jahres für den Altertumswissenschaftler Karl Otfried Müller an seinem ehemaligen Wohnhaus Hospitalstraße 1 enthüllt werden (heute Sitz des Jungen Theaters und des KAZ).86 Hatte sich Bürgermeister Merkel die Entscheidung über die Tafelanbringung noch vorbehalten, so entscheidet heute, nach mehrmaligem Wechsel der Zuständigkeiten,der Kulturausschuss des Rates der Stadt Göttingen. Anträge für neue Gedenktafeln kommen meist von privater Seite, von Angehörigen, Fachkollegen oder akademischen Schülern der zu Ehrenden. Sie werden vom Stadtarchiv geprüft, das dem Kulturausschuss die Anbringung empfiehlt. Handelt es sich bei den Vorgeschlagenen um Wissenschaftler, so wird der Denkmalbeauftragte der Universität hinzugezogen. Der Kulturausschuss hat 1977 Richtlinien festgesetzt, nach welchen folgende Personen mit einer Gedenktafel geehrt werden können:
Bildurheber: Anita Skiba „1) Ehemalige Studenten, die weltberühmt wurden (Bismarck, Heine),
2) Personen, die in Göttingen jahrzehntelang gewirkt und sich in der Wissenschaft einen Namen gemacht haben,
3) weltberühmte Persönlichkeiten, die eine relativ lose Beziehung zu Göttingen hatten, ihrAufenthalt aber für Göttingen eine Ehre bedeutete (Goethe, Max Planck),
4) Personen, die Verdienste um Göttingen hatten und über die Stadt hinaus bekannt wurden(Merkel, Föge, Deneke, Honig).“
Grundsätzlich wird auch an dem schon früher gefassten Vorsatz festgehalten, vom Tode einer Person an zwanzig Jahre bis zu ihrer Ehrung mit einer Gedenktafel verstreichen zu lassen.
Auszug aus Das Göttinger Nobelpreiswunder - 100 Jahre Nobelpreis
Herausgegeben von Elmar Mittler in Zusammenarbeit mit Monique Zimon, Göttingen 2002
Artikel von Siegfried Schütz:"Öffentliche Ehrungen für Nobelpreisträger durch Stadt und Universität Göttingen"
Die Göttinger Nobelpreisträger
Bildurheber: Anita Skiba Nobelpreis für Physik
1911 Wilhelm Wien
1914 Max von Laue
1918 Max Karl E. L. Planck
1919 Johannes Stark
1923 Robert Andrews Millikan
1924 Karl Manne Siegbahn
1925 James Franck und Gustav Hertz
1932 Werner Heisenberg
1933 Paul Adrien M. Dirac mit Erwin Schrödinger
1938 Enrico Fermi
Der Nobelpreis für Chemie
1910 Otto Wallach
1914 Theodore William Richards
1920 Walther Hermann Nernst
1925 Richard Adolf Zsigmondy
1928 Adolf Otto R. Windaus
1932 Irving Langmuir
1936 Peter Joseph W. Debye
1937 Walter Norman Haworth
1939 Adolf Fr. J. Butenandt
1944 Otto Hahn
1967 Manfred Eigen mit Ronald Norrish und Lord George Porter
1971 Gerhard Herzberg
Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
1905 Robert Koch
1908 Ilja Metschnikow und Paul Ehrlich
1953 Sir Hans Adolf Krebs mit Fritz Albert Lipmann
1969 Max Delbrück
1991 Erwin Neher und Bert Sakmann
Der Nobelpreis für Literatur
1908 Rudolf Christoph Eucken
1999 Günter Grass
Der Friedensnobelpreis
1927 Ludwig Quidde mit Ferdinand Buisson
1930 Nathan Söderblom
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Anita Skiba
